Premiere: Erste Prüfung zum Veteranen – Jens W.

Jens hat jetzt vorgemacht!

Jens Weidemann (39) – Mitglied bei sowohl „Der Buderschaft der Klinge“ aus Werne  als auch bei Tremonia Fechten – hat heute (Di 03.03.2026) die Prüfung zum Veteranen bestanden.

Er ist somit der Erste im Verein Tremonia Fechten, der dieses Ziel aus Leistung erreicht hat.

Das Thema seiner Prüfung war selbst gewählt: Die Hut eiserne Pforte.

Dafür zog er hauptsächlich die Primärquellen „Paurnfeindts Fechtbuch aus dem Jahr 1512“, Joachim Meyer und Thalhoffer, sowie Cod.ms 3227a (Pol Hausbuch) heran, baute aber ebenso auf dem neuzeitlichen Buch von Patrick Leiske und dem Artikel des Australiers Ken McKenzie auf.

Schlussendlich aber führte Jens dies bei seiner eigenen Erfahrung als mehrjähriger Fechter zu einem eigenen Vortrag zusammen, und gab solide eigene Meinungen und Einblicke zu den Aspekten rund um die Hut und mögliche Techniken aus ihr heraus ab.

Wie war denn der Ablauf der Prüfung?

Da die Prüfung während der regulären Trainingszeit gewünscht und geplant war, wurde eine Ecke der Halle mit einer Turnhallen-Sitzbank abgegrenzt, 2 hochkant stehende Turnkästen dienten als Ablagemöglichkeiten für Materialien, um verzögerndes Bücken und am Boden Suchen möglichst klein zu halten.

Zudem demonstrierte Jens schon vor der eigentlichen Prüfung deutliche Souveränität, indem er Video-Aufnahmen während der Prüfung befürwortete. (So etwas kann schön als Erinnerung bewahrt werden, gibt aber auch dem Vortragenden die Möglichkeit, sich selbst, die eigene Wirkung und den Vortrag als solchen nachzuvollziehen. Evtl. können daraus eigen Wünsche entstehen, eine solche Themenbearbeitung noch mehr auszubauen, oder dient für andere Themen als Vergleich oder Leitbild)

Vor laufender Kamera gab Jens dann eine erste Einordnungen dieser Hut, sowohl zeitlich, als auch technisch und taktisch.

Deutliche Schwerpunkte setzte er bei:

  • Diskrepanz zwischen historischer Ausführung und heutigen Übungen (spätestens zum Praxiseinsatz mit Schutzausrüstung)
  • Wandel der Wichtigkeit der Hut in Anwendung nach Versportlichung / Wegfall von Stößen bei J.Meyer
  • Einsatzmöglichkeiten der Hut sowohl im Nach als auch im Vor
  • Verbindung der Hut zu mindestens den 5 (hauptsächlichen) Meisterhäuen (Zornhau, Zwerchhau, Scheitelhau, Krumphau, Schielhau)
  • praktische Demonstrationen erfolgten in moderater Geschwindigkeit ohne Schutzausrüstung (Übung, erste Bewegungseinübungen) und in leicht hoher Geschwindigkeit in Schutzausrüstung

Zum Abschluss seiner Darstellungen ließ Jens noch Möglichkeiten zur deutlich tieferen und weiterführenden Betrachtung dieser Hut aus taktischem Blickwinkel anklingen, wie sie z.B. genutzt werden könnte, um Gegner mittels „Blösse geben/zeigen“ gesteuert werden könnten.

Während des Vortrags zeigte Jens Sicherheit im Thema sowohl bei Nachfragen als auch bei Einwürfen und Erwiderungen.

Es war interessant und spannend, dass er diese Einblicke in nicht so populär ausgewertete Quellen gab.

 

persönliches Abschlusswort:

Mich als Trainer macht es stolz, dass Jens deutlich gezeigt hat, dass er sich Wissen und Kenntnisse angeeignet hat, Erfahrung gesammelt und sich daraus eine grundsolide Meinung und eine gute Ausführung (der Bewegungen) gebildet hat.

Insofern freut es mich, solch einen Sportler im Verein zu haben. Auch sein Zweit-Verein „Bruderschaft der Klinge“ aus Werne wird wohl froh mit und über ihn sein. (Wenn nicht, komm ich vorbei, und rapple die Leute mal ins Leben zurück… 😉 )

Vor allem freut mich, wie durch die durchaus kritische geführte Prüfung für Jens selbst sein erarbeitetes Wissen und Können sichtbar wurde.

In diesem Sinne, Respekt und Gratulation, Veteran!
Daniel B.

Premiere: Erste Prüfung zum Veteranen – Jens W.
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