Katja Poppenhaeger (Medieval Combat Group):

Flow drills for fun and profit – Ein Workshop für Langschwert und Messer

Katja PoppenhaegerKatja Poppenhaeger begann ihre HEMA-Leidenschaft 2015 in Boston, wo sie bei der Athena School of Arms ihren erstes Langschwert-Training erhielt. Sie zog später im selben Jahr nach Belfast, und trainiert seitdem bei der Medieval Combat Group Belfast langes Schwert und Messer. 2017 schloss sie erfolgreich ihre HEMA Ireland Instructor-Prüfung im langen Schwert und Messer ab.

In diesem Workshop wird Katja die Teilnehmer an Flow Drills als Trainingstools heranführen. Flow Drills helfen, Techniken im Muskelgedächtnis zu verankern, sich an schnelle Entscheidungen zu gewöhnen, oder einfach nur Spaß zu haben und sich mal richtig auszupowern. Hier wird der Fokus auf Flow Drills für zwei Trainingspartner liegen, angefangen mit sehr einfachen Drills, die dann nach und nach komplexer werden durch zusätzliche eingebaute Techniken. Die Teilnehmer werden zunächst mit dem langen Schwert trainieren; wenn alle sich mit den Drills vertraut gemacht haben, werden dieselben Drills auch mit dem Messer geübt. Die Teilnehmer sollten idealerweise schon etwas Erfahrung mit dem langen Schwert haben; Erfahrung mit dem Messer kann, aber muss nicht sein. Als Quellen werden Ringeck (langes Schwert) und Lecküchner (Messer) verwendet. Katja ist eine zweisprachige Trainerin (Deutsch/Englisch). Der Workshop wird zwar auf Englisch gehalten, aber falls jemand Verständnisschwierigkeiten hat, wird sie Erklärungen auch gerne auf Deutsch liefern.

Reinis Rinka (HEMA Riga):

Rapier und Dolch (ausgefallen)

Reinis RinkaReinis Rinka wird in seinem Workshop venezianisches Rapier und Dolch des 17. Jahrhunderts nach Nicoletto Giganti unterrichten. Zu Gigantis Zeit war der Dolch ein sehr üblicher Begleiter des Rapiers, möglicherweise noch verbreiteter als das Rapier allein.

Der Schwerpunkt dieses Grundlagenworkshops liegt auf der sicheren Verteidigung mit dem Dolch und dem Angriff mit dem Rapier.

Lauren Ireland und Christopher Halpin (York School of Defence):

The Inn-Play: or Cornish Hugg Wrestler

Lauren Ireland und Christopher HalpinDas früheste wirklich englische Manuskript zum Ringen wurde 1727 veröffentlicht. In diesem Workshop erforschen wir dieses faszinierende und ein Stück weit eklektische waffenlose Kampfsystem und vertiefen uns in die verschiedenen Würfe, Hebel und bizarren Wege seinen Gegner zu quälen.

Für die Teilnahme werden Abenteuerlust und ein breites Lächeln benötigt. Für die Herren ist ein Tiefschutz ratsam.

Paul Becker (In Motu):

Zufechten – Entering a Fight

Paul BeckerZielgruppe: Fechter die mindestens in ihrer Grundlagenausbildung sind und in allen Prinzipal-Häuen und dem Stechen ausgebildet sind, sowie grundlegende Formen des Versetzens erlernt haben und selbständig durchführen können.

Inhalt: Das Zufechten ist der Beginn eines jeden Kampfes und erfordert ein hohes Verständnis in den Bereichen Strategie, Taktik, Tempo, Timing und Fußarbeit. In diesem Kurs möchte ich anhand weniger ausgewählter Übungen diese Faktoren aufzeigen, erläutern und ihre Beziehungen zueinander darstellen. Dazu werde ich einige grundlegende Prinzipien aufzeigen, die wir in verschiedenen Quellen finden.

Wir werden uns dabei über verschiedene Ausbildungsmethoden von VENÜ/4-Phasen-Methode über Lektionen bis hin zu gefechtsnahen Kampfübungen für den Freikampf bewegen, um den bewährten didaktischen Weg vom Einfachen zum Schweren und vom Bekannten zum Unbekannten zu gehen.

Mindestausrüstung: eigener Waffensimulator der jeweiligen Waffgattung (Säbel, Degen, Messer, Stock, Schwert, langes Schwert), Maske mit Hinterkopfschutz, Handschuhe.
Für zunehmend intensive Übungen (Bsp. Lektionen): Fechtjacke 350 N oder mehr, Halsschutz.

Petra Westveer (Zward & Steen):

Hengen and Winden – the core of Liechtenauer’s longsword system

Hie merke / das dy winden / ſint dy rechte kunſt / vnd grūtfeſte alles fechtens / des ſŵtes / aus den alle ander gefechte vnd ſtöcke kom̄ē

Nürnberger Hausbuch (MS 3227a), 1389∼1494

Petra WestveerEs ist kein Zufall, dass Zwei Hängen und Winden die letzten Kapitel in jenen Handschriften sind, die das Fechten mit dem langen Schwert nach Liechtenauer beschreiben. Diese Kapitel sind die Zusammenfassung der Prinzipien, die den Kern des gesamten Systems bilden. Alle Stücke, wie sie zuvor beschrieben sind, sind lediglich Beispiele spezieller Situationen, in denen diese Prinzipien in einer bestimmten Weise angewendet werden.

Im Workshop werden wir diesen Ansatz nutzen. Wir werden Lösungen für die Probleme finden, die sich in gegebenen Fechtsituationen stellen, indem wir lediglich in das angemessenste Hängen winden und dies mit einem der drei Wunder kombinieren: Hau, Stich, Schnitt. Wir werden herausfinden, ob diese Lösungen tatsächlich zu den bekannten Stücken führen wie sie in den Manuskripten beschrieben und genannt werden.

Erforderliche Ausrüstung: Für kontrollierte Drills mit Schnitten und Stichen geeignete Schutzausrüstung.
Verpflichtend: Fechtmaske. Empfohlen: Hinterkopfschutz, Halsschutz, Oberkörperschutz (Plastron oder Jacke), leichte Handschuhe, Tiefschutz.
Trainingswaffe: Vorzugsweise eine Feder. Langschwertsimulatoren aus Kunststoff oder Holz sowie stumpfe Stahlschwerter sind in Ordnung, sollten in den Drills aber am besten gegen gleichartige Waffen eingesetzt werden. Bei der Verwendung stumpfer Stahlschwerter wird die empfohlene Ausrüstung (ausgenommen Tiefschutz) verpflichtend.

Roger Norling (Göteborgs Frifäktargille):

Halbe Stange nach Joachim Meyer – „dass du ihn in seinen eigenen Stücken fängst“

Roger NorlingDies ist ein sehr reichhaltiger Workshop, der die Kernkomponenten von Haltung, Beinarbeit, Bio- und Waffenmechanik ebenso behandelt wie einige der Techniken aus Joachim Meyers Fechtbuch von 1570. Er versucht eine solide Grundlage zu schaffen, einschließlich dynamischer Übungen für das Timing von Körper und Waffe, so dass der Teilnehmer die Erkundung dieser wundervollen Kunst mit einem guten Verständnis ihrer Komplexität und Breite fortführen kann.

Formell wird kein Vorwissen vorausgesetzt, aber eine Fechtmaske und eine strapazierfähige 180 bis 210 cm lange Stange aus Eichen- oder Eschenholz werden benötigt; Stangen werden in begrenzter Anzahl bereitgestellt. Trinkwasser sollte auch mitgebracht werden.

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