Rückblick
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Nachruf auf bastonegenovese.de
Dozenten
Vom Ritter zum Offizier – Die Veränderung des Kriegswesens im Laufe des Mittelalters (Vortrag)
Behandelt wird unter anderem das Aufkommen des „modernen“ Ritters und seine Funktion in den Kriegen des 11. und 12. Jahrhunderts. Wie entstand das weitläufig verbreitete Bild des Ritters? Gab es den „romantischen“ Ritter der Literatur wirklich? Wie veränderte sich die Rolle des Ritters ab dem Hundertjährigen Krieg? Wie veränderte sich der Krieg generell zu jener Zeit? Welche technischen Entwicklungen gab es, die den Krieg grundlegend veränderten?
Das Ziel ist es die Sicht auf Kriegführung im Mittelalter, also seine Protagonisten, Technik und andere Faktoren, von der einseitigen Perspektive der Populärmedien zu lösen.
Olivers Beginn in den HEMA lässt sich mit dem ersten Blick in Joachim Meyers Fechtbuch 2004 gut bestimmen. Seit dieser Zeit hat er sich mit verschiedensten Waffen und Systemen beschäftigt. Sein Hauptaugenmerk liegt aber ab 2012 in den Fechtsystemen des 19. Jh. Passend dazu ist er seit 2015 Schüler bei Maestro Parodi aus Genau. Dort lernt er die traditionellen Methoden für den kurzen und langen Stock sowie das Messer und waffenlose Anwendungen.
Gambetto (Workshop)
Seit 2017 ist Oliver offizieller Istruttore für das Coltello Genovese (Messer) und darf ebenfalls das Gambetto in kleinem Umfang unterrichten. Hinter diesem Namen verbirgt sich eine kleine Methode zur waffenlosen Selbstverteidigung, die so wie sie heute noch unterrichtet wird, den modernen Maßstäben für Verhältnismäßigkeit nicht gerecht wird. Dafür bekommt man aber ein Gefühl für andere alte waffenlose Straßensysteme wie z.B. von Paschen, Schmidt oder Petter.
Neben der generellen Vorgehensweise im Gambetto, ist es kein Problem auf Wünsche der Teilnehmer einzugehen, sei es in Richtung von Würfen, Knochen-/Gelenkbrüchen, „Druckpunkten“ etc.
Rückblick Seminar „Gambetto“
Georg S. Stamatovic ist ein Geschichtslehrer, Berater, Museumsführer im Nationalmuseum, Schwertschmied, Spezialist für Militärgeschichte und zertifizierter Sachverständiger für historische Waffen/Rüstungen und historische Militärausrüstung!
Er ist HEMA Forscher/Praktizierender/Instruktor und Gründer der ersten Historical European Martial Arts Schule in Serbien/Belgrad – der „H.E.M.A.S.“ – in 2009.
Stich und Stechen (Workshop)
“But, before all, know and note that the point of the sword is the center, and it’s also the center and core from which comes all the fencing and all the fencing returns to it!” – Cod. Hs. 3227a, 18v.
The workshop “Stich und Stechen” will cover principles and the mechanics of attack and defense with the point of the longsword – according to the so called “Codex Döbringer” (Ms.3227a) and Sigmund Ringeck’s treatises (MS Dresden C487).
We will systematically go trough the ALL elements and principles of stich und stechen and its practical application, starting with the simple and followed by the more complex historical techniques dedicated to the stab and stabbing.
At the end, we will include some comparative views on the same or similar stabbing techniques from other German treatises which are closely related in origin, such as stabbing techniques from the Goliath Fechtbuch (Ms.Germ.Quart.2020), and Joachim Meyer’s “Gründtliche Beschreibung der Kunst des Fechtens” from 1570, (MS A.4º.2)
- This workshop is intended for all – beginners, advanced and instructors!
- Equipment requirements: Longsword/federschwert, protective mask, protective jacket, vest or plastron, soft leather gloves
- Language: English/German with historical German terminology
Jan Gosewinkel ist leitender Trainer für Montante, sowie Mangual und Doppelschwert bei der Kampfkunstschule „Bonner Schule“.
Jan begann vor 27 Jahren mit dem Kampfkunsttraining in Form des klassischen Jiu-Jitsu, welches er gut 20 Jahre bis zum 2. Dan betrieb. Nach eher kurzen Ausflügen ins Tae Kwon Do und Kung Fu kamen ab etwa 2006/2007 die Historischen Kampfkünste hinzu. In den folgenden Jahren trainierte er unter anderem bei den Vereinen Ars Gladii in Dornbirn, Schwertkampf Osnabrück, Krîfon in Edingen, Schwertfechten Nordhessen und Frequens Motus in Bad Godesberg. Zudem besuchte er HEMA-Gruppen in Schweden, Luxemburg, Spanien, Österreich und ganz Deutschland.
2009 gründete er die Trainingsgruppe für historisches Fechten beim Polizeisportverein Unna und befasste sich zunächst schwerpunktmäßig mit dem langen Schwert, sowie dem „kurzen Schwert zu Kampf“ nach dem Liechtenauer-Kanon, aber auch bereits mit dem iberischen Montante. Seit ca. 2011 liegt hierbei der Hauptschwerpunkt auf dem Montante nach Luis Godinho. Von 2014 bis 2017 war er als Trainer für langes Schwert und Montante in Kassel tätig, wo bei Schwertfechten Nordhessen die erste regelmäßige Montantetrainingsgruppe im deutschsprachigen Raum gegründet wurde. In dieser Zeit übersetzte er auch sämtliche bisher bekannte spanische Quellen zum Montante in die deutsche Sprache. Seit Mitte 2017 ist er bei der Bonner Schule für Kampfkunst als leitender Trainer für Montante, sowie die damit verwandten Nebenthemen Mangual und Doppelschwert zuständig. Seit 2012 gibt Jan Workshops zum Montante und anderen Themen auf HEMA– und Kampfkunstveranstaltungen im In- und Ausland.
Grundlagen und ausgewählte Kernelemente des spanischen Montante des 16. Jh. (Workshop)
Der Bidenhänder, oder wie er in den iberischen Quellen bezeichnet wird, das Montante, ist ein knapp mannshohes Schwert – eine besondere und spezielle Waffe für besondere Personen und spezielle Situationen. Eingesetzt von Trabanten und Leibgarden, aber auch Söldnern und Zivilpersonen, zeichnet es sich durch seine fließenden Bewegungsschleifen im Einsatz gegen eine größere Anzahl an Gegnern auf einmal aus. In der ersten Hälfte des Workshops werden wir uns die Grundlagen der Körpermechanik und Bewegungslogik dieser Waffe erarbeiten. In der zweiten Hälfte steigen wir tiefer in die taktische Anwendung ein. Hier werden wir uns der klassischen Montante-Situation widmen – allein auf freiem Feld umzingelt von einer Vielzahl an Gegnern. Vor diesem taktischen Hintergrund werden wir uns mit Angriffen aus der Drehung und Sprungdrehungen beschäftigen. Freie Übungen, in denen zusätzlich das Bewegen unter taktischen Gesichtspunkten unter der Umzingelung durch die Gegnergruppe geübt wird, runden das Programm ab.
Montantespezifische Vorkenntnisse werden nicht benötigt. Es sollte jedoch bereits ein gewisses Gefühl zur Waffenführung und Körperbeherrschung vorhanden sein.
Benötigt wird ein Montante, bzw. ein Schwert, Waster oder Holzstock von ca. Schulter- bis Scheitelhöhe. Noch wichtiger als die Gesamtlänge ist jedoch, dass der Griff mehr als drei, idealerweise vier bis fünf Handbreit messen sollte. Ein einfacher Holzstock passender Länge ist hier sinnvoller als ein Schwert, dessen Gehilz zu kurz ist. Eine begrenzte Anzahl an Leihwaffen ist vorhanden.
Zur Feinddarstellung bei den halbfreien Übungen ist ein kurzer Holzstock, Dolch, Messer oder anderer kurzer Nichtmetall-Waster hilfreich. Fechtmasken werden nicht benötigt.
Reinis Rinka ist der leitende Instruktor bei HEMA Riga. Im Mai 2024 gewann er Gold im Rapier bei den London HEMA Open und im Juni ebenfalls Gold beim Albion Cup – dem größten und höchstbewerteten Turnier des Vereinigten Königreichs. Weltweit liegt er somit unter den Top 10 Fechtern im Rapier.
Venetian Rapier According to Giganti (Workshop)
His workshop will teach early 17th century Venetian Rapier according to Nicoletto Giganti. The workshop will focus on the basics of using the rapier without the dagger, attacking safely and defending in tempo.
Daniel Ciupka ist Mitglied von Bellum Nobile in Düsseldorf. Schon im Alter von 16 Jahren interessierte er sich für waffenbasierte Kampfkünste und begann zunächst mit philippinischem Stockkampf, bevor er 2008 das historische Fechten für sich entdeckt. Seit 2017 unterrichtet er Meyers Rappier/Sidesword. Er befasst sich schwerpunktmäßig mit dem Langschwert nach Liechtenauer, dem Rappier/Sidesword nach Meyer, und dem Säbel, Singlestick und Spazierstock nach britischen Quellen.
Zudem hat er mehrere Turniere in unterschiedlichen Disziplinen gewonnen, einschließlich HEFFAC 2016 (Langschwert), HVN Charity Tournament 2015 und 2018 (Singlestick), World Wide Open Championship 2012 (Backsword) und das Offene SchwertRing Turnier Lüneburg 2019 (Säbel und Langschwert).
Säbel nach Hutton: Ist Angriff die beste Verteidigung? (Workshop)
Hier widmen wir uns dem militärischen Säbelfechten des 19. Jahrhunderts. Der Fokus dieses Workshops liegt auf dem sicheren Fechten aus der Offensive sowie der Defensive heraus.
Nach Einübung der Grundlagen und Bewegungen des Säbelfechtens, behandeln wir die Konzepte des sicheren Angriffs mit Abzug aus dem Gefahrenbereich und des Parierens mit Riposte.
Die Basis für diesen Workshop liefert Alfred Huttons Werk: “Cold steel: A practical treatise on the sabre based on the old English backsword play of the 18th century combined with the method of the modern Italian school”
Benötigte Ausrüstung: Fechtmaske, Einhand-Schwert oder Schwertsimulator (bevorzugt mit ausgeprägten Handschutz (Säbel)) und angemessene Handschuhe.
Daniele Cicero
Jan ist Haupttrainer für Dolch und Messer bei Tremonia Fechten in Dortmund.
Nachdem er einige Jahre Ju-Jutsu trainiert hatte, hatte er sich dazu entschieden sich mit bewaffneten Kampfkünsten zu beschäftigen und schließlich HEMA für sich entdeckt, als er 2012 die AHA in Glasgow besuchte um dort das Basket Hilt Broadsword zu studieren. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland fand er Tremonia Fechten und begann mit dem Langschwerttraining, fokussierte seine eigenen Studien aber bald auf das Ringen, Bowie Messer und seine Wurzeln in Spanischen und Schottischen Künsten sowie schließlich italienische und deutsche Dolch-Quellen. Jans Interessen liegen hauptsächlich bei einhändigen Waffensystemen und – offensichtlich – zuvorderst sehr nahen
Kampfsystemen wie Messer und Dolch.
Als HEMA-Trainer liegt sein Fokus mehr auf den Kampfkünsten selbst und ihrem realistischen Training als auf Turnieren und der Kampfsportseite von HEMA. Hierbei versucht er historische Systeme in ihrem Kontext zu begreifen während er nach modernen (bspw. rechtsmedizinischen oder biomechanischen) Erkenntnissen sucht, um seine Hypothesen zu stützen und seine Trainingsmethoden zu verbessern.
Darüber hinaus ist Jan Freund absurder Metaphern, Advokat der Otterisierung europäischer Kampfkunst und Unterstützer gerstensaftgestützten Socialisings.
Messer- und Dolchfechten – Hinter den Quellen (Workshop)
Dieser Workshop befasst sich mit dem, was eigentlich die Grundlage dafür bildet, den Kampf mit Kurzwaffen in den europäischen Kampfkünsten zu verstehen und zu trainieren. Dass die Quellen sich zumeist stark auf einzelne Techniken konzentrieren, statt zu erklären wie man sie trainieren soll und in welchem Kontext sie stehen, hat oft zur Folge, dass diese ineffizient ausgeführt werden, bzw. dass man auf ernsthafte Angriffe nicht vorbereitet ist.
Wir wollen die Grundlagen des Kampfes mit Kurzwaffen darstellen und anhand ausgewählter Techniken aus dem einzigartig strukturierten Dolchkampfkapitel des italienischen Fechtmeisters Fiore deì Liberi veranschaulichen, wie man Techniken aus historischen Quellen trainiert. Vor allem die Techniken am Anfang des Kapitels sind relativ simpel und leicht zu erlernen, sodass sich für uns die Möglichkeit bietet, stärker auf Grundfragen einzugehen, wie zum Beispiel:
Welchen Prinzipien folgt der Kampf mit Kurzwaffen? Was sind die Ziele der Angriffe? Welche mentale Einstellung liegt zugrunde? Was muss ich bei einer ordentlichen Verteidigung beachten? …
Der Workshop richtet sich sowohl an Anfänger, die die Grundlagen lernen wollen, als auch an erfahrenere Kämpfer, die ihre Trainingsprämissen und -methoden abgleichen und erweitern möchten.
Programm
17:00 | Anmeldung, Lageraufbau |
18:15 | Begrüßung der Teilnehmer |
18:30 | Vortrag Vom Ritter zum Offizier – Die Veränderung des Kriegswesens im Laufe des Mittelalters (Patrick Angelstein) |
19:00 | Lagerfeuer mit Stockbrot |
9:00 | Frühstück |
10:00 | gemeinsames Aufwärmen |
10:30 | Workshop Gambetto (Oliver Janseps) Workshop Stich und Stechen (Djordje Stamatovic) |
12:30 | Rittermahl (Stadtwache Bochum) |
14:00 | Workshop Grundlagen und ausgewählte Kernelemente des spanischen Montante des 16. Jh. (Jan Gosewinkel) Workshop Venetian Rapier According to Giganti (Reinis Rinka) |
16:00 | Fechtschule (Turnier) mit freier Kunststoffwaffenwahl Freies Training, Schnitttests |
18:00 | Großes Grillen |
9:00 | Frühstück |
10:00 | gemeinsames Aufwärmen |
10:30 | Workshop Säbel nach Hutton: Ist Angriff die beste Verteidigung? (Daniel Ciupka) Workshop Messer- und Dolchfechten – Hinter den Quellen (Daniele Cicero, Jan Hoffmann) |
12:30 | Mittagessen |
13:30 | Fechtschule (Turnier) mit dem langen Schwert aus Stahl Freies Training |
Stimmen und Meinungen
» Tremonia Fechtschule is one of those events that embody HEMA for me. Events that are very specialised, such as high level tournament, or weapon specific gatherings, are really cool. On the other hand, events that offer the full range of what the historical martial arts have to offer are absolutely great too. Tremonia is fully that: staying in a castle close to Dortmund, following a variety of workshops and lectures, doing tournaments with both longsword and synthetic weapons (you can do some crazy matchups there) and finally sitting down at the camp fire at night. Something that is important for me personally, is that an event has a good balance between activities. There’s few things more annoying than having a full schedule that allows no time for socialising or sparring, and Tremonia Fechtschule thankfully has a good balance in this regard. […] If you’re looking for an event that puts the enjoyment of HEMA first and if you’re looking to see what the German community has to offer, I would definitely recommend going to Tremonia Fechtschule. «
» I found the staff to be friendly, polite, and professional. They fostered an atmosphere that was relaxed despite the counter-covid restrictions, but also welcoming and inclusive. […] «
» Tremonia Fechten is an absolutely delightful event I would highly recommend to anyone and everyone, and I think I already have! «
» This event is just so friendly and chill. The organisers obviously try so hard (and succeed) in booking a varied selection of instructors, not just for their skills, but also for their personalities, ensuring they fit the welcoming, fun and inclusive vibes all the attendees have come to expect. Even if you don’t do any of the eclectic mix of workshops or lectures available, this event is worth attending just for the socialising by the firepit or absorbing the atmosphere of a 13th century keep surrounded by woods while you watch everyone else training or doing archery. And if none of that has convinced you why this is in my top 3 favourite HEMA events, they also have freshly made waffles and their own bouncy castle! «
» I must say that im very impressed by Tremonia Fechtschule as an arrangement.
The evenings, which included quite a lot of alcohol and a heavy overweight of men to women in ratio, and I did not see anyone being „that guy“.
Nobody seemed to be have to be moved away, none of the women seemed to be put in awkward situations. […]
The crew behind the event have been actively working with promoting a healthy and inclusive culture for everyone.
Also there were several people who did not drink alcohol and it appeared to me that there was zero peerpresure with regards to alcohol consumption.
In short, if you’re looking for a HEMA event or indeed just a martial art event that is safe, inclusive and friendly regardless of background, culture, skincolor, gender identity or sexuality, I can wholeheartedly recommend Tremonia Fechtschule. «
» I really enjoyed my time at the event – […] a wonderful venue, a superb theme and atmosphere, and this naturally seems to attract a lovely group of people. «
» I attended Tremonia Fechtschule in 2019; great organisation and atmosphere at the event. The club members were very hospitable and a pleasure to train with! «