Tremonia Fechtschule 2022

Die Tremonia Fechtschule wird 10! Und immer besser …

Dieses Jahr werden wir

  • innovativer, indem wir neue Wege bei den Turnieren gehen;
  • akademischer, indem wir ein weiteres Workshopband hinzufügen, das mit Stift und Papier statt blankem Stahl bestritten wird;
  • familienfreundlicher, indem wir ganztägige Betreuung/Programm für Kinder ab 5 Jahren anbieten.

Wir freuen uns auf all die bekannten und neuen Gesichter, die dieses Jubiläum mit uns feiern möchten!

Zeit und Ort

Die Fechtschule beginnt am Freitag, dem 30. September, um 17 Uhr und endet gegen 17 Uhr am Sonntag, dem 2. Oktober 2022.

Die Location

Bei Burg Husen handelt es sich um den Wohnturm einer mittelalterlichen Festungsanlage. Auf dem Gelände der Burg kann gezeltet werden. Bei zu schlechtem Wetter finden die Workshops und Turniere in einer Turnhalle statt.

Burg Husen
Syburger Dorfstraße 135
Dortmund 44265

Dozenten

Fabrice Cognot macht nun schon seit einer ganzen Weile HEMA und es macht ihn glücklich. Und was ihn noch glücklicher macht ist, dass es immer noch eine Menge zu lernen, entdecken und teilen gibt und dabei eine Menge Spaß zu haben ist. Er ist Gründer und Präsident von De Taille et d’Estoc, der ältesten bestehenden HEMA-Gruppe Frankreichs, und hat auf verschiedensten Veranstaltungen weltweit über Kampfkunst und Waffengeschichte gelehrt und vorgetragen. Er hat einen Doktor in Archäologie, ist Waffenschmied von Beruf und hat definitiv zu viel Popkultur zu sich genommen.

Kriegshämmer und andere Wuchtwaffen (Vortrag)

Fabrice wird seinen klassischen Vortrag über Kriegshämmer und (hoffentlich) ein allerlei an Wuchtwaffen im späten Mittelalter und der Renaissance halten, da mehr in diesen Schönheiten steckt, als man auf Anhieb erkennen kann (und man den anHieb manchmal nicht mitbekommen möchte).

Sue hat bereits seit langem ein Interesse an allem, was mit HEMA zu tun hat. Sie fand ihren Weg hierzu vor 22 Jahren, nach erfolgreichen Abstechern (Wortspiel beabsichtigt) ins Sportfechten, den Bühnenkampf und Reenactment und einer Karriere als Offizier in der britischen Armee (Ja, sie ist wirklich Captain Kirk). Sue spielte eine zentrale Rolle in der Entwicklung von HEMA im Vereinigten Königreich als ehemalige Präsidentin der British Federation for Historical Swordplay (BFHS). Sue ist nun seit über 16 Jahren Instruktorin und lehrt regelmäßig eine große Bandbreite an bewaffneten wie unbewaffneten HEMA Disziplinen auf Veranstaltungen in ganz U.K. und international. Dabei hat sie in den vergangenen Jahren die Bereiche Smallsword, Säbel, Bartitsu/Suffragitsu, WW2 Combatives und Keulen (Indian Clubs) abgedeckt. Sue hat über die Jahre eine wahre Leidenschaft für das Grappling entwickelt und freut sich darauf, Workshops zum Catch Wrestling bei der Tremonia Fechtschule einzuführen. Assistieren wird ihr Mark Randall, ein äußerst erfahrener Catch Wrestler und Pugilist. Mark freut sich auf seine Rolle als „glamouröser Assistent“.

Catch Wrestling Teil I – Von den Grundlagen bis dahin, „den Pin“ zu finden (Workshop)

Dieser Teil des Workshops wird sich auf einige charakteristische Bewegungen aus dem fantastischen Grappling System des Catch-as-Catch-Can Wrestling konzentrieren. Finde heraus, was Uhren, Bahnschienen, Heuballen und Pinne mit diesem System zu tun haben, das angeblich aus Lancashire im Vereinigten Königreich stammt und mittlerweile zu einem Baustein vieler Ring- und MMA-Systeme geworden ist. Für diesen Teil ist keinerlei vorherige Ringerfahrung nötig, da Du von den Grundlagen auf hindurchgeführt wirst.

Ausrüstung: Bringt euch einfach selbst in normaler Sportkleidung und Ring-Stiefeln, falls ihr welche besitzt. Glitzernde Hosen zu tragen ist absolut optional.

Catch Wrestling Teil II – Aufgaben Suchen (Workshop)

Dieser Teil des Workshops wird sich auf einige der charakteristischen Aufgabetechniken aus dem Catch Wrestling konzentrieren. Ein Kernstück des Catch Wrestling besteht daraus, einem Gegner das Leben sehr unbequem zu machen. Dies wird bewerkstelligt durch ein gutes Verständnis von Körpermechanik und davon wie man dieses nutzt um jemanden dazu zu bringen sich aus dem Kampf „abzuklopfen“. Dieser Teil baut zwar auf dem ersten auf, er ist jedoch weiterhin für alle zugänglich.

Ausrüstung: Bringt euch einfach selbst in normaler Sportkleidung und Ring-Stiefeln, falls ihr welche besitzt. Glitzernde Hosen zu tragen ist absolut optional.

Ties (Matthys) Kool ist ein internationaler Trainer und Wettkämpfer. Er begann mit HEMA im Jahr 2002 und gründete die HVN – Historisch Vrijvechten Nederland im Jahr 2015. Er ist ein sehr erfolgreicher Wettkämpfer in mehreren Waffendisziplinen. Hauptsächlich unterrichtet er das Langschwert und den Militärsäbel jedoch arbeitet er auch mit verschiedenen Quellen zu Dolch und Ringen. Momentan lebt er in Helsinki, Finland und unterrichtet gelegentlich Säbel bei der EHMS. Er arbeitet als Manager und Personal Trainer in einem Fitnessstudio.

Jude Lews Durchwechseln (Workshop)

Teil 1: Wir warden einen Blick auf das Durchwechseln aus Jude Lews Fechtbuch werfen. Wir werden betrachten, wie es funktioniert, wie man es einleitet, was man daraufhin tut und ein paar Variationen der Technik anschauen. Dies tun wir hauptsächlich mit der Absicht ein Gefühl für die Bewegungen und ein Verständnis für das Timing zu bekommen.

Teil 2: Im zweiten Teil sehen wir und die Anwendung der Technik genauer an, Machen Drills um die Technik zu meistern, so nah wie möglich ans Sparring zu kommen und eine Reihe von Folgeaktionen durchzugehen. Der Workshop wird sehr anwendungsorientiert sein und euch genug Informationen und Übung geben um die Technik umgehend in euer Sparring zu integrieren. Zum Ende des Workshops werden wir mehr Schutzausrüstung anlegen, um mit mehr Geschwindigkeit trainieren zu können, dies ist selbstverständlich optional.

Mindestausrüstung: Maske, Halsschutz, (leichte) Handschuhe
Zusätzlich: Vollständige Ausrüstung für den Oberkörper (hauptsächlich für den zweiten Teil des Workshops)

Benjamin hat im Jahr 2009 in Edingen bei Mannheim mit dem historischen Fechten begonnen. Unter Christian Bott und Adrian van Bronswijk (Fechtschule Asteria) lernte er die Kunst des Langen Schwertes und ergänzte diese etwas später mit dem Studium des Rapiers. Seit ca. 2013 leitete Benjamin bei Krifon Trainingseinheiten und gründete 2019 aus der Koblenzer Rapiergruppe heraus den Scuola di Scherma e. V., um sich mit Gleichgesinnten auch anderen Fechtmeistern als Capoferro zu widmen.

Von Inquartata bis Passata Sotto – Meidbewegungen im italienischen Rapier (Workshop)

Das italienische Rapierfechten um 1600 wird landläufig mit weiten Stößen in Bindung, dem Einsatz der linken Hand / des Parierdolches und einem mehr linearen Fechten in Verbindung gebracht. Das Verlassen der Gefechtslinie wird eher den frühen oder spanischen Schulen zugeschrieben.

In diesem Workshop sehen wir uns verschiedene Möglichkeiten an, Stößen ohne Parade/Bindung zu entgehen, den Gegner dabei elegant auf unsere Klinge laufen zu lassen und dabei auch noch möglichst gut auszusehen.

Teil 1

Im ersten Teil betrachten wir verschiedene Situationen, in denen die Gyrata/Inquartata zum Einsatz kommt. Wir bedienen uns hierfür an Stücken aus Capoferro und Fabris.

Dem folgen die Brüche auf die zuvor gelernten Stöße. Wenn Zeit und Ausrüstung es zulassen, versuchen wir die Inquartata in leicht dynamischen Situationen anzuwenden.

Teil 2

Im zweiten Teil betrachten wir den Stoß unter die gegnerische Klinge ohne Parade – mit Ausfall oder passata, mit oder ohne Einsatz der linken Hand. Auch hier folgen die Brüche auf die vorigen Techniken.

Falls Zeit und Ausrüstung vorhanden sind, versuchen wir die beiden Workshopinhalte in dynamischer Übung zu verbinden.

Ausrüstung

Rapier, Maske, Halsschutz, Brustschutz/Fechtjacke

Der Tremonia und dem HEMA trotz Corona und Endphase des Studiums bestmöglich treu geblieben, ist Marian seit 2019 dabei. Seine hauptsächlichen Interessen liegen passenderweise auch im Spätmittelalter im Bereich der Kultur- und Organisationsgeschichte. Da ihm der Master of Education nicht ausreichte, hing er noch den Master of Arts an der Ruhr-Universität Bochum hinten dran. Dennoch sucht er immer auch andersthematische Diskussionen, um entweder selbst etwas beitragen zu können oder neue Impulse aufzugreifen.

Paläographie (Seminar)

Zwar sind die heutigen HEMA-Sportler:innen deutlich von den spätmittelalterlichen Fechter:innen zu trennen, dennoch bilden die überlieferten Fecht-Traktate weiterhin das Fundament der gesamten Disziplin. Durch die Auseinandersetzung mit ihnen kommen immer wieder neue Techniken und Ansätze zu Tage. Um dies zu erleichtern, sollen die Teilnehmer:innen in diesem Workshop einen Einstieg in die mittelalterlichen deutschen Sprachen und Schriften bekommen. An anschaulichen Beispielen erfahren sie, warum die „mite“ nichts mit einer Wohnung zu tun hat, die „Bastarda“ kein uneheliches Kind ist und wie das für die eigenen Recherchen im Verein genutzt werden kann.

Gerhild Grabitzer begann 2017 nach vielen Jahren Reenactment mit HEMA. Ihr Fokus liegt ganz auf dem Langschwert. Sie ist Vorstandsmitglied des ÖFHF, Trainerin bei der PSV Graz und versucht mit ihrem “HEMA Survey Project” auch wissenschaftlich zur HEMA Szene beizutragen. Ansonsten mag sie gemütliche Abende zuhause und lange Spaziergänge am Strand.

13V bis 16R oder: Alles was man wissen muss, Hausbuchweißheiten für den Freikampf feat. Döbringer (Workshop)

Eigentlich ganz ein Danzig-Girl, habe ich mich in den letzten Monaten viel mit dem Pol-Hausbuch beschäftigt. Dieser Workshop befasst sich mit den Grundprinzipien die “Döbringer” vorstellt. Die Interpretationen dieserwerden in Übungen zu zweit erprobtund dann im Kontext des Freifechtens angewandt. Freut euch auf spielerisches Herumgehüpfe, das dann langsam aber sicher ins angeleitete freie Fechten übergeht.

Mitzubringen: Langschwertsimulator/Fechtfeder, Fechtmaske, Handschuhe. Idealerweise auch Jacke und Stichschutz.

Ulrik hat historisches Fechten 2014 mit napoleonischen und britischen Militärquellen begonnen, aber sehr schnell darauf seine Liebe zum »Langen Messer«, dem Dolch und dem (historischen) Ringen entdeckt – worin er bei den »Freifechtern« in Köln das Training leitet. Darüber hinaus verbringt er viel seiner Zeit mit dem Studium und Training von Speer, Messer und Tomahawk, ebenso wie historischen/traditionellen »Tribal Fighting Arts«.

Peter wird Co-Instructor und Ulriks vertrauensvoller Abuse-Badger™ sein.

Die Gewendte Hand
und allerlei freudig Beiwerk (Workshop)

Von “ortt zu dem gesicht” bis “als wolln sie auff das maul falln”.
Wieso ist die gewendte/verkehrte Hand ein so wichtiger und universeller Bestandteil im Fechten mit dem Langen Messer?

Wir arbeiten uns gemeinsam durch verschiedene Techniken aus unterschiedlichen Manuskripten des 15. und 16. Jahrhunderts. Dazu führen wir partnerschaftlich aufeinander aufbauende Übungen durch, die uns das Konzept der gewendten Hand sowie die erforderliche Körpermechanik näherbringen und uns ein besseres Verständnis zu ihrer effizienten Anwendung vermitteln. Außerdem werfen wir einen Blick auf ein paar der Unterschiede zwischen dem Umgang mit dem Langen Messer und dem Langen Schwert.

An wen richtet sich dieser Workshop?

  • Alle Erfahrungsstufen
  • Vorkenntnisse im Langen Messer sind hilfreich, aber nicht zwingend notwendig

Benötigte Ausrüstung

  • Langes Messer
  • oder ein messerähnliches Objekt (Wehrnagel ist sinnvoll)
  • Tiefschutz (obligatorisch)
  • Fechtmaske, Handschuhe (optional)

Jan ist Haupttrainer für Dolch und Messer bei Tremonia Fechten in Dortmund.

Nachdem er einige Jahre Ju-Jutsu trainiert hatte, hatte er sich dazu entschieden sich mit bewaffneten Kampfkünsten zu beschäftigen und schließlich HEMA für sich entdeckt, als er 2012 die AHA in Glasgow besuchte um dort das Basket Hilt Broadsword zu studieren. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland fand er Tremonia Fechten und begann mit dem Langschwerttraining, fokussierte seine eigenen Studien aber bald auf das Ringen, Bowie Messer und seine Wurzeln in Spanischen und Schottischen Künsten sowie schließlich italienische und deutsche Dolch-Quellen. Jans Interessen liegen hauptsächlich bei einhändigen Waffensystemen und – offensichtlich – zuvorderst sehr nahen
Kampfsystemen wie Messer und Dolch.

Als HEMA-Trainer liegt sein Fokus mehr auf den Kampfkünsten selbst und ihrem realistischen Training als auf Turnieren und der Kampfsportseite von HEMA. Hierbei versucht er historische Systeme in ihrem Kontext zu begreifen während er nach modernen (bspw. rechtsmedizinischen oder biomechanischen) Erkenntnissen sucht, um seine Hypothesen zu stützen und seine Trainingsmethoden zu verbessern.

Darüber hinaus ist Jan Freund absurder Metaphern, Advokat der Otterisierung europäischer Kampfkunst und Unterstützer gerstensaftgestützten Socialisings.

Moment mal! – Sehr angewandte Physik im Dolchkampf (Workshop)

In diesem Workshop wollen wir uns anhand ausgewählter Stücke aus Fiores (unbewaffnet versus) Dolch Sektion bewusstmachen, welche physikalischen Vorgänge und Größen sich hinter dem Geschehen eines Kampfes verbergen, um diese bewusst beeinflussen und (im Idealfall) unsere Ausführung von Techniken optimieren zu können.

Sich zwei Kämpfer:innen als Körper mit Bewegungsmomenten vorzustellen und sich zu fragen, ob man es an bestimmten Stellen mit Kraft oder Impuls zu tun hat, mag zunächst trocken klingen. Da es aber im Grunde darum geht zu lernen unsere Partner:innen mit dem Planeten zu schlagen, muss man sich keine Sorgen machen, dass der Workshop zu verkopft würde.

Ausrüstung: Pro Person ein Körper, Größe egal. Kleidung die schmutzig werden darf.
Empfohlen: Tiefschutz

Programm

17:00
Anmeldung, Lageraufbau
18:15
Begrüßung der Teilnehmer
19:00
Vortrag
Kriegshämmer und andere Wuchtwaffen (Dr. Fabrice Cognot)
20:00
Lagerfeuer und Abendessen
9:00
Frühstück
10:00
Sammeln, Ankündigungen
10:30
Workshop
Catch Wrestling Teil I – Von den Grundlagen bis dahin, „den Pin“ zu finden (Susan Kirk)
Workshop
Jude Lews Durchwechseln (Ties Kool)
Workshop
Von Inquartata bis Passata Sotto – Meidbewegungen im italienischen Rapier (Benjamin Bott)
Seminar
Paläographie (Marian Bornemann)
12:30
Mittagessen
14:00
Workshop
13V bis 16R oder: Alles was man wissen muss, Hausbuchweißheiten für den Freikampf feat. Döbringer (Gerhild Grabitzer)
Workshop
Die Gewendte Hand und allerlei freudig Beiwerk (Ulrik Neumann, Peter Frank)
Workshop
Moment mal! – Sehr angewandte Physik im Dolchkampf (Jan Hoffmann)
16:00
Fechtschule (Turnier) mit freier Kunststoffwaffenwahl
Freies Training, Schnitttests
18:00
Großes Grillen
9:00
Frühstück
10:00
Sammeln, Ankündigungen
10:30
Workshop
Catch Wrestling Teil II – Aufgaben Suchen (Susan Kirk)
Workshop
Jude Lews Durchwechseln (Ties Kool)
Workshop
Von Inquartata bis Passata Sotto – Meidbewegungen im italienischen Rapier (Benjamin Bott)
Seminar
Paläographie (Marian Bornemann)
12:30
Mittagessen
13:30
Fechtschule (Turnier) mit dem langen Schwert aus Stahl
Freies Training
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