Tremonia Fechtschule 2022

Rückblick

Die Tremonia Fechtschule wird 10! Und immer besser …

Dieses Jahr werden wir

  • innovativer, indem wir neue Wege bei den Turnieren gehen;
  • akademischer, indem wir ein weiteres Workshopband hinzufügen, das mit Stift und Papier statt blankem Stahl bestritten wird;
  • familienfreundlicher, indem wir ganztägige Betreuung/Programm für Kinder ab 5 Jahren anbieten.

Wir freuen uns auf all die bekannten und neuen Gesichter, die dieses Jubiläum mit uns feiern möchten!

Dozenten

Fabrice Cognot macht nun schon seit einer ganzen Weile HEMA und es macht ihn glücklich. Und was ihn noch glücklicher macht ist, dass es immer noch eine Menge zu lernen, entdecken und teilen gibt und dabei eine Menge Spaß zu haben ist. Er ist Gründer und Präsident von De Taille et d’Estoc, der ältesten bestehenden HEMA-Gruppe Frankreichs, und hat auf verschiedensten Veranstaltungen weltweit über Kampfkunst und Waffengeschichte gelehrt und vorgetragen. Er hat einen Doktor in Archäologie, ist Waffenschmied von Beruf und hat definitiv zu viel Popkultur zu sich genommen.

Kriegshämmer und andere Wuchtwaffen (Vortrag)

Fabrice wird seinen klassischen Vortrag über Kriegshämmer und (hoffentlich) ein allerlei an Wuchtwaffen im späten Mittelalter und der Renaissance halten, da mehr in diesen Schönheiten steckt, als man auf Anhieb erkennen kann (und man den anHieb manchmal nicht mitbekommen möchte).

Sue hat bereits seit langem ein Interesse an allem, was mit HEMA zu tun hat. Sie fand ihren Weg hierzu vor 22 Jahren, nach erfolgreichen Abstechern (Wortspiel beabsichtigt) ins Sportfechten, den Bühnenkampf und Reenactment und einer Karriere als Offizier in der britischen Armee (Ja, sie ist wirklich Captain Kirk). Sue spielte eine zentrale Rolle in der Entwicklung von HEMA im Vereinigten Königreich als ehemalige Präsidentin der British Federation for Historical Swordplay (BFHS). Sue ist nun seit über 16 Jahren Instruktorin und lehrt regelmäßig eine große Bandbreite an bewaffneten wie unbewaffneten HEMA Disziplinen auf Veranstaltungen in ganz U.K. und international. Dabei hat sie in den vergangenen Jahren die Bereiche Smallsword, Säbel, Bartitsu/Suffragitsu, WW2 Combatives und Keulen (Indian Clubs) abgedeckt. Sue hat über die Jahre eine wahre Leidenschaft für das Grappling entwickelt und freut sich darauf, Workshops zum Catch Wrestling bei der Tremonia Fechtschule einzuführen. Assistieren wird ihr Mark Randall, ein äußerst erfahrener Catch Wrestler und Pugilist. Mark freut sich auf seine Rolle als „glamouröser Assistent“.

Catch Wrestling Teil I – Von den Grundlagen bis dahin, „den Pin“ zu finden (Workshop)

Dieser Teil des Workshops wird sich auf einige charakteristische Bewegungen aus dem fantastischen Grappling System des Catch-as-Catch-Can Wrestling konzentrieren. Finde heraus, was Uhren, Bahnschienen, Heuballen und Pinne mit diesem System zu tun haben, das angeblich aus Lancashire im Vereinigten Königreich stammt und mittlerweile zu einem Baustein vieler Ring- und MMA-Systeme geworden ist. Für diesen Teil ist keinerlei vorherige Ringerfahrung nötig, da Du von den Grundlagen auf hindurchgeführt wirst.

Ausrüstung: Bringt euch einfach selbst in normaler Sportkleidung und Ring-Stiefeln, falls ihr welche besitzt. Glitzernde Hosen zu tragen ist absolut optional.

Catch Wrestling Teil II – Aufgaben Suchen (Workshop)

Dieser Teil des Workshops wird sich auf einige der charakteristischen Aufgabetechniken aus dem Catch Wrestling konzentrieren. Ein Kernstück des Catch Wrestling besteht daraus, einem Gegner das Leben sehr unbequem zu machen. Dies wird bewerkstelligt durch ein gutes Verständnis von Körpermechanik und davon wie man dieses nutzt um jemanden dazu zu bringen sich aus dem Kampf „abzuklopfen“. Dieser Teil baut zwar auf dem ersten auf, er ist jedoch weiterhin für alle zugänglich.

Ausrüstung: Bringt euch einfach selbst in normaler Sportkleidung und Ring-Stiefeln, falls ihr welche besitzt. Glitzernde Hosen zu tragen ist absolut optional.

Ties (Matthys) Kool ist ein internationaler Trainer und Wettkämpfer. Er begann mit HEMA im Jahr 2002 und gründete die HVN – Historisch Vrijvechten Nederland im Jahr 2015. Er ist ein sehr erfolgreicher Wettkämpfer in mehreren Waffendisziplinen. Hauptsächlich unterrichtet er das Langschwert und den Militärsäbel jedoch arbeitet er auch mit verschiedenen Quellen zu Dolch und Ringen. Momentan lebt er in Helsinki, Finland und unterrichtet gelegentlich Säbel bei der EHMS. Er arbeitet als Manager und Personal Trainer in einem Fitnessstudio.

Jude Lews Durchwechseln (Workshop)

Teil 1: Wir warden einen Blick auf das Durchwechseln aus Jude Lews Fechtbuch werfen. Wir werden betrachten, wie es funktioniert, wie man es einleitet, was man daraufhin tut und ein paar Variationen der Technik anschauen. Dies tun wir hauptsächlich mit der Absicht ein Gefühl für die Bewegungen und ein Verständnis für das Timing zu bekommen.

Teil 2: Im zweiten Teil sehen wir und die Anwendung der Technik genauer an, Machen Drills um die Technik zu meistern, so nah wie möglich ans Sparring zu kommen und eine Reihe von Folgeaktionen durchzugehen. Der Workshop wird sehr anwendungsorientiert sein und euch genug Informationen und Übung geben um die Technik umgehend in euer Sparring zu integrieren. Zum Ende des Workshops werden wir mehr Schutzausrüstung anlegen, um mit mehr Geschwindigkeit trainieren zu können, dies ist selbstverständlich optional.

Mindestausrüstung: Maske, Halsschutz, (leichte) Handschuhe
Zusätzlich: Vollständige Ausrüstung für den Oberkörper (hauptsächlich für den zweiten Teil des Workshops)

Ulrik hat historisches Fechten 2014 mit britischen Militärquellen begonnen, aber sehr schnell seine Liebe zum »Langen Messer« entdeckt – worin er bei den »Freifechtern« in Köln das Training leitet. Darüber hinaus verbringt er seine Zeit mit dem Studium und Training von historischem Speerkampf und traditionellen »Tribal Fighting Arts«.

Peter wird Co-Instructor und Ulriks vertrauensvoller Abuse-Badger™ sein.

Die Gewendte Hand
„Versetzen, Einlauffen, Überlauffen“ (Workshop)

Von “ortt zu dem gesicht” bis “als wolln sie auff das maul falln”.
Wieso ist die gewendte/verkehrte Hand ein so wichtiger und universeller Bestandteil im Fechten mit dem Langen Messer?

Wir arbeiten uns gemeinsam durch verschiedene Techniken aus unterschiedlichen Manuskripten des 15. und 16. Jahrhunderts. Dazu führen wir partnerschaftlich aufeinander aufbauende Übungen durch, die uns das Konzept der gewendten Hand sowie die erforderliche Körpermechanik näherbringen und uns ein besseres Verständnis zu ihrer effizienten Anwendung vermitteln.

Ausrüstung: Langes Messer oder messerähnliches Objekt (Wehrnagel ist ein Plus), Tiefschutz, Leichte Handschuhe, Fechtmaske (optional)

Wer dich mit Stärk‘ will überdringen
„Indes, heb auff, geh durch“ (Workshop)

Was tun wir gegen jene Fechter:innen, die gerne einlaufen und versuchen, uns mit Stärke zu überwinden?

Nachdem wir Samstag Möglichkeiten kennen gelernt haben, Distanz zu schließen und Eingänge ins Ringen zu finden, sehen wir uns nun Optionen gegen eben jene Techniken und Konzepte aus dem Workshop zur gewendten Hand an und lernen, wie wir uns bestmöglich und effizient dagegen verteidigen können.

Ausrüstung: Langes Messer oder messerähnliches Objekt (Wehrnagel ist ein Plus), Tiefschutz, Leichte Handschuhe, Fechtmaske (optional)

Der Tremonia und dem HEMA trotz Corona und Endphase des Studiums bestmöglich treu geblieben, ist Marian seit 2019 dabei. Seine hauptsächlichen Interessen liegen passenderweise auch im Spätmittelalter im Bereich der Kultur- und Organisationsgeschichte. Da ihm der Master of Education nicht ausreichte, hing er noch den Master of Arts an der Ruhr-Universität Bochum hinten dran. Dennoch sucht er immer auch andersthematische Diskussionen, um entweder selbst etwas beitragen zu können oder neue Impulse aufzugreifen.

Paläographie (Seminar)

Zwar sind die heutigen HEMA-Sportler:innen deutlich von den spätmittelalterlichen Fechter:innen zu trennen, dennoch bilden die überlieferten Fecht-Traktate weiterhin das Fundament der gesamten Disziplin. Durch die Auseinandersetzung mit ihnen kommen immer wieder neue Techniken und Ansätze zu Tage. Um dies zu erleichtern, sollen die Teilnehmer:innen in diesem Workshop einen Einstieg in die mittelalterlichen deutschen Sprachen und Schriften bekommen. An anschaulichen Beispielen erfahren sie, warum die „mite“ nichts mit einer Wohnung zu tun hat, die „Bastarda“ kein uneheliches Kind ist und wie das für die eigenen Recherchen im Verein genutzt werden kann.

Gerhild Grabitzer begann 2017 nach vielen Jahren Reenactment mit HEMA. Ihr Fokus liegt ganz auf dem Langschwert. Sie ist Vorstandsmitglied des ÖFHF, Trainerin bei der PSV Graz und versucht mit ihrem “HEMA Survey Project” auch wissenschaftlich zur HEMA Szene beizutragen. Ansonsten mag sie gemütliche Abende zuhause und lange Spaziergänge am Strand.

13V bis 16R oder: Alles was man wissen muss, Hausbuchweißheiten für den Freikampf feat. Döbringer (Workshop)

Eigentlich ganz ein Danzig-Girl, habe ich mich in den letzten Monaten viel mit dem Pol-Hausbuch beschäftigt. Dieser Workshop befasst sich mit den Grundprinzipien die “Döbringer” vorstellt. Die Interpretationen dieserwerden in Übungen zu zweit erprobtund dann im Kontext des Freifechtens angewandt. Freut euch auf spielerisches Herumgehüpfe, das dann langsam aber sicher ins angeleitete freie Fechten übergeht.

Mitzubringen: Langschwertsimulator/Fechtfeder, Fechtmaske, Handschuhe. Idealerweise auch Jacke und Stichschutz.

Daniel Ciupka ist Mitglied von Bellum Nobile in Düsseldorf. Schon im Alter von 16 Jahren interessierte er sich für waffenbasierte Kampfkünste und begann zunächst mit philippinischem Stockkampf, bevor er 2008 das historische Fechten für sich entdeckt. Seit 2017 unterrichtet er Meyers Rappier/Sidesword. Er befasst sich schwerpunktmäßig mit dem Langschwert nach Liechtenauer, dem Rappier/Sidesword nach Meyer, und dem Säbel, Singlestick und Spazierstock nach britischen Quellen.

Zudem hat er mehrere Turniere in unterschiedlichen Disziplinen gewonnen, einschließlich HEFFAC 2016 (Langschwert), HVN Charity Tournament 2015 und 2018 (Singlestick), World Wide Open Championship 2012 (Backsword) und das Offene SchwertRing Turnier Lüneburg 2019 (Säbel und Langschwert).

Von Nah und Fern - Rappierfechten nach Joachim Meyer (Workshop)

In diesem Workshop erarbeiten wir uns Anhand einiger ausgewählter Stücke einen Überblick über die Strategien und Möglichkeiten welche uns in den unterschiedlichen Mensuren gegeben sind.

Von der Verführung aus der weiten Mensur, über das anbinden mit Hieben, zu den Spielen in der Bindung in der mittleren Mensur und den Ringen in der nahen Mensur.

Jan ist Haupttrainer für Dolch und Messer bei Tremonia Fechten in Dortmund.

Nachdem er einige Jahre Ju-Jutsu trainiert hatte, hatte er sich dazu entschieden sich mit bewaffneten Kampfkünsten zu beschäftigen und schließlich HEMA für sich entdeckt, als er 2012 die AHA in Glasgow besuchte um dort das Basket Hilt Broadsword zu studieren. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland fand er Tremonia Fechten und begann mit dem Langschwerttraining, fokussierte seine eigenen Studien aber bald auf das Ringen, Bowie Messer und seine Wurzeln in Spanischen und Schottischen Künsten sowie schließlich italienische und deutsche Dolch-Quellen. Jans Interessen liegen hauptsächlich bei einhändigen Waffensystemen und – offensichtlich – zuvorderst sehr nahen
Kampfsystemen wie Messer und Dolch.

Als HEMA-Trainer liegt sein Fokus mehr auf den Kampfkünsten selbst und ihrem realistischen Training als auf Turnieren und der Kampfsportseite von HEMA. Hierbei versucht er historische Systeme in ihrem Kontext zu begreifen während er nach modernen (bspw. rechtsmedizinischen oder biomechanischen) Erkenntnissen sucht, um seine Hypothesen zu stützen und seine Trainingsmethoden zu verbessern.

Darüber hinaus ist Jan Freund absurder Metaphern, Advokat der Otterisierung europäischer Kampfkunst und Unterstützer gerstensaftgestützten Socialisings.

Moment mal! – Sehr angewandte Physik im Dolchkampf (Workshop)

In diesem Workshop wollen wir uns anhand ausgewählter Stücke aus Fiores (unbewaffnet versus) Dolch Sektion bewusstmachen, welche physikalischen Vorgänge und Größen sich hinter dem Geschehen eines Kampfes verbergen, um diese bewusst beeinflussen und (im Idealfall) unsere Ausführung von Techniken optimieren zu können.

Sich zwei Kämpfer:innen als Körper mit Bewegungsmomenten vorzustellen und sich zu fragen, ob man es an bestimmten Stellen mit Kraft oder Impuls zu tun hat, mag zunächst trocken klingen. Da es aber im Grunde darum geht zu lernen unsere Partner:innen mit dem Planeten zu schlagen, muss man sich keine Sorgen machen, dass der Workshop zu verkopft würde.

Ausrüstung: Pro Person ein Körper, Größe egal. Kleidung die schmutzig werden darf.
Empfohlen: Tiefschutz

Programm

17:00
Anmeldung, Lageraufbau
18:15
Begrüßung der Teilnehmer
19:00
Vortrag
Kriegshämmer und andere Wuchtwaffen (Dr. Fabrice Cognot)
20:00
Lagerfeuer und Abendessen
9:00
Frühstück
10:00
Sammeln, Ankündigungen
10:30
Workshop
Catch Wrestling Teil I – Von den Grundlagen bis dahin, „den Pin“ zu finden (Susan Kirk)
Workshop
Jude Lews Durchwechseln (Ties Kool)
Workshop
Die Gewendte Hand „Versetzen, Einlauffen, Überlauffen“ (Ulrik Neumann, Peter Frank)
Seminar
Paläographie (Marian Bornemann)
12:30
Mittagessen
14:00
Workshop
13V bis 16R oder: Alles was man wissen muss, Hausbuchweißheiten für den Freikampf feat. Döbringer (Gerhild Grabitzer)
Workshop
Von Nah und Fern - Rappierfechten nach Joachim Meyer (Daniel Ciupka)
Workshop
Moment mal! – Sehr angewandte Physik im Dolchkampf (Jan Hoffmann)
16:00
Fechtschule (Turnier) mit freier Kunststoffwaffenwahl
Freies Training, Schnitttests
18:00
Großes Grillen
9:00
Frühstück
10:00
Sammeln, Ankündigungen
10:30
Workshop
Catch Wrestling Teil II – Aufgaben Suchen (Susan Kirk)
Workshop
Jude Lews Durchwechseln (Ties Kool)
Workshop
Wer dich mit Stärk‘ will überdringen „Indes, heb auff, geh durch“ (Ulrik Neumann, Peter Frank)
Seminar
Paläographie (Marian Bornemann)
12:30
Mittagessen
13:30
Fechtschule (Turnier) mit dem langen Schwert aus Stahl
Freies Training
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